Deutsche Bearbeitung des Artikels Human Conception: How To Overcome Reproduction, in: Energy & Character, International Journal of Biosynthesis, Vol. 33, September 2004. Bearbeitung und Korrektur des Textes von Herrn Evan Bortnick und Herrn Urs Thoenen.
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Abstract (Kurzfassung)
Das Phänomen der menschlichen Empfängnis, wie von der Forschung der letzten Jahrzehnte offenbart, bekommt einen neuen Rahmen durch die phänomenologische Sichtweise, die so genannte dynamische Morphologie. Von diesem Standpunkt aus scheint es klar, dass menschliche Empfängnis kein Fortpflanzungsakt ist. Der Prozess der Empfängnis ist ein Prozess der “ENT-Biologisierung”. Dies öffnet Raum für einen Akt der Inkarnation, in dem spirituelle Energie Gelegenheit findet zur Bindung oder Manifestation mit (biologische) Substanz als Mittel.
EINFüHRUNG – DIE DynamiSCH-morphologISCHE SICHTWEISE
Die Sichtweise der dynamischen Morphologie hat ihre Wurzel in der wissenschaftlichen Tradition der Phänomenologie. Dies widerspiegelt Goethes Vision der lebenden Natur. Genauso wie der Phänomenologe interessiert sich der dynamische Morphologe für das Verständnis der Sprache von Form und Gestalt. Dies ist ein anderer Fokus als der bloße Versuch einer Erklärung der Ursachen. Dieser Fokus beschreibt die Gestalt eines Organismus in seiner Erscheinung, um die Dynamik der fundamentalen gestalterischen Geste besser zu verstehen. Dynamische Morphologie bezieht sich nicht nur auf den Organismus als Ganzes, sondern auch auf die Dynamik und die Gesten der Organe und Glieder innerhalb eines Rahmens des organistischen Lebensprozesses. Oft wird diese morphodynamische Gestaltgeste von einer biologischen Form durch embryologische Entwicklung und/oder die Gestaltung eines Organs oder Glieds im Erwachsenen erkannt. Doch solches Wissen muss nicht eine Voraussetzung sein, um diese Geste oder die Form, durch die sie spricht, zu verstehen.
Die Geste, die durch eine Form spricht, kann durch innere psychologische Wiedererzählung der ihr zu Grunde liegenden Bewegung erkannt werden, welche die Form zum Ausdruck bringt. Man bekommt einen instinktiven Sinn für diese Art Bewegung. So kann die Geste der Form als eine interne Bewegung oder Gebärde erkannt werden. Das heißt, sie ist psychologisch wahrnehmbar und nachahmbar. Es bedeutet nicht, dass die Erkenntnis der Morphodynamik einer Form “subjektiv” sein muss. Es bedeutet auch nicht, dass sie ein Produkt der Vorstellungskraft allein und nicht kommunizierbar ist. Das nächste Beispiel mag diesen Punkt deutlich machen. Vergleiche den hüllenden Charakter eines Schädels, der seinen Inhalt vor äußeren Einflüssen schützt und abschirmt, mit dem Charakter einer Extremität, die äußeren Einflüssen direkt begegnet. Der Unterschied kann von jedem erkannt und anerkannt werden. Die Geste der Form ist in diesem Fall selbstverständlich. Dieses mentale Spiel mag mehr Emotionen als Ratio haben, doch es bedeutet auf keinen Fall, dass es nur subjektiv und deshalb unwissenschaftlich ist.
Zusammengefasst könnte behauptet werden, dass die dynamische Morphologie auf keinen analytischen oder anatomischen Prozess zurückgreift, um Gestalten und Formen zu beschreiben. Sie bemüht sich vor allem, die Geste und Gestalt als solches zu verstehen. Dieses Verständnis drückt sich durch Form und Gestalt in einer integrierten und holistischen Weise aus. Goethe selbst verweist auf die Wahrnehmung und das Bewusstsein einer sinnlich-übersinnlichen Qualität der Form. Mit diesem Ausdruck meinte er, dass diese formende Sprache nicht einer kartesianischen Kategorie der sinnlich wahrgenommen Einheit (res extensa) zugeordnet werden kann.
Da Form und Gestalt (Geste und Dynamik) auf jeder Ebene der Natur erkennbar sind, kann der Morphologe eine Ähnlichkeit im Organismus, Organ und Gewebe feststellen. Er kann sogar die Gesten des pflanzlichen Prozesses in Organ- oder Vitalbewegungen erkennen. Goethe zum Beispiel studierte bereits die Basisprinzipien des “Ballens und Spreizens” in Pflanzen. Diese Geste ist auch in embryonalen Säugetierprozessen feststellbar. So betrachtet ist die dynamische Morphologie eine interdisziplinäre Vorgehensweise.
In diesem Artikel wird menschliche Befruchtung durch diese Angehensweise beschrieben. Das Ziel dieses Artikels ist, die Essenz der menschlichen Befruchtung durch Bewegung und Geste zu verstehen. Es wird gezeigt, dass durch eine solche Angehensweise, eine völlig unterschiedliche Idee hervorgerufen wird, von dem was essentiell stattfindet, als man durch eine mechanisch-biologische Beschreibung finden kann.
am
ANFANG: DIE DYNAMIK DER MENSCHLICHEN EIZELLE
Die menschlichen Eizelle
(siehe
Abbildung
1)
zeigt eine Reihe
von Merkmalen und Eigenschaften, die man in fast jeder Zelle im menschlichen
Körper findet. Die Einzigartigkeit dieser Zelle ist jedoch, dass sie diese
Eigenschaften in einer solch reinen und fundamentalen Weise aufweist (fast wie
einer Archetypus).[1]
Die
fast absolut sphärische Form der Eizelle ist ein Beispiel dieser einzigartigen
und ursprünglichen Eigenschaft. Keine andere menschliche Körperzelle zeigt diese
mathematisch absolut sphärische Form so perfekt wie die Eizelle. Körperzellen
finden sich normalerweise in verschiedenen Formen. Dieses Phänomen könnte durch
die Tatsache verstanden und erklärt werden, dass jede Zelle eine andere Funktion
hat. Diese verschiedenen Funktionen verlangen jeweils eine andere Form der
Zelle. Diese anderen Zellen haben auch Austausch mit Nachbarzellen. So gesehen
existieren quadratische und zylindrische Zellen, die eine abgrenzende Schicht
bilden (Epithelium) wie Steine auf eine Strasse. So bilden Neuronen
(Nervenzellen), die enorm lange Verlängerungen zeigen (Axonen und Dendriten),
mit anderen Neuronen Synapsen und funktionale Netzwerke. Man könnte also
behaupten, dass die sphärische Form der Eizelle auf ihre solitäre Existenz
bezogen ist. Die Eizelle existiert sozusagen allein. Sie ist allein (All-Eins?).
Der Eierstock (das Ovarium) besteht nicht aus Eizellgewebe und ist nicht aus
Eizellen gebaut. Das Gewebe des Ovariums hat gesonderte Hüllen (Follikel), in
denen jede Eizelle allein aufgehoben ist.
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| Abbildung 1 |
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Eine Samenzelle (links) und eine unbefruchtete Eizelle (rechts). In der Mitte eine Samenzelle im gleichen Maßstab wie die Eizelle. |
Die sphärische Form ist auch genau die Form, die ein Minimum an Kontakt mit der Außenwelt mit einem Maximum an Volumen und Inhalt kombiniert. Das ist der Grund, warum ein Ball sich so leicht bewegen und rollen lässt. Die Eizelle hat relativ viel inneren Raum (Inhalt). Es ist die Zelle mit dem größten Volumen im ganzen Körper. Ihr Durchmesser von 150µ–200µ ist sehr groß, verglichen mit dem durchschnittlichen Zellendurchmesser von 10µ [2]. Die reife Eizelle ist so groß wie ein Sandkorn und deshalb von bloßem Auge sichtbar, was für eine Zelle außergewöhnlich ist. Für den dynamischen Morphologen ist die Erkenntnis wichtig, dass die Eizelle nicht nur groß ist im Sinne des Volumens und Durchmessers, sondern dass sie die Geste aufzeigt, groß zu sein. Ein Merkmal der Eizelle ist nämlich die Aufblähung und Vergrößerung des Volumens während des Wachstumsprozesses; von 10µ am Anfang, als Urding, als Gamet über 45µ am Ende der ersten Phase der Reife bis zu einem Durchmesser von mehr als 150µ am Ende. Während des Reifeprozesses sammelt die Eizelle relativ viel Zytoplasma an, was sich in einem relativ großen Nukleus-Zytoplasma-Verhältnis zeigt und die „Pflege’ des Ovariums braucht als Brutkasten um im Leben zu bleiben. Diese Tatsachen repräsentieren die Geste des Groß-Seins.
Die nächste
spezifische Eigenart der Eizelle ist ihre Offenheit. Damit ist die
Tatsache gemeint, dass die Eizelle intensiv mit ihrer Umwelt kommuniziert. Es
ist bekannt, dass sie unmittelbar nach ihrer Befruchtung Substanzen produziert,
die ihre unmittelbare Umwelt (die Schleimhäute des Mutterleibs) beeinflussen.
Diese Offenheit hat damit zu tun, und zeigt sich durch diese Tatsache,
dass die Zelle sehr empfindlich auf giftige Einflüsse der Umwelt reagiert. Sie
ist sozusagen eine verwundbare, eine verletzbare Zelle. Diese komplexe
Vernetzung der Eigenschaften als “Offenheit” zu beschreiben, ist ein
gutes Beispiel der dynamisch-morphologischen DefinitionsRahmen. Offen zu sein,
verwundbar zu sein, Umweltverkehr als Geste und Dynamik, mag als “interne”
Gestik und Bewegung erkannt werden. Man kann sich in die Geste des Organismus
einfühlen und mitklingen, welcher Organismus “offen” und interaktiv mit der
Umwelt ist. Der Leser braucht nur mit der Geste mitzuklingen oder mitzufühlen,
um die Geste als intern-psychologische Bewegung wahrzunehmen.
ANDERS UM:
GEGENÜBERSTELLEN UND VERGLEICHEN ALS METHODIK
Die klassische analytische und anatomische Vorgehensweise teilt den Organismus meistens in Glieder und Organe, um die verschiedenen Elemente auf der Gewebs- und Zellularebene im Detail zu beschreiben. Im Gegensatz dazu betrachtet die Vorgehensweise der dynamischen Morphologie immer zuerst die Form des Organismus in Beziehung zu seiner Umwelt (Kontext) und genauso die Form des Organs im Kontext des Organismus und so weiter. In diesem Sinne ist methodischer Kontrast wichtig. Innerhalb des Gesamtorganismus könnten wir Polartendenzen in Form und Biodynamik ausmachen, den Schädel mit den Extremitäten zum Beispiel. Kontrast ist eine Art intensiver Vergleich. Wie oben bemerkt zeigt ein Vergleich Besonderheiten auf, die eine ausschließlich anatomische und analytische Betrachtungsweise übersehen würde. Diese beschränkte Sicht wäre reduktionistisch und ausgrenzend. Aus dem Kontext genommen würden diese Merkmale, die einer morphodynamische Sicht einschließt, ihre Bedeutung verlieren.
Es wäre fruchtbar und vernünftig, sich den Kontext der Eizelle vor Augen zu führen, um sich ein tieferes und essentielleres Bild machen zu können von der Geste dieser Zelle. Im Prozess und in der Dynamik der Befruchtung wäre natürlich die Samenzelle - Hier wird geredet von ‚Samenzelle’ statt ‚Spermazelle’ - genau der richtige Kandidat. Es wird gleich hier demonstriert, dass man ein Verständnis der morphogenetischen Eigenschaften der Eizelle bekommt, indem man einen Kontrast und Vergleich mit der Samenzelle aufstellt … und umgekehrt. Da ist Raum für beide Typen von Zellen. Ihre morphologischen Charakteristika und Gesten werden uns helfen, beide besser zu verstehen.
DEM
EINEN BEGEGNEN: DIE
Morphodynamik DER MENSCHLICHEN SAMENZELLEN
Im Falle der Samenzellen gibt es eine starke Tendenz, die Mehrzahl zu benutzen (wie im Paragraphentitel). Dies basiert auf einer Besonderheit der menschlichen Samenzelle. Anders als die einsame Eizelle ist eine Samenzelle nie allein. Eine der hervorstechendsten Eigenschaften der Produktion von Samenzellen im menschlichen Hoden ist die enorme Menge, die produziert wird. Andererseits ist der Prozess der Oogenese (d.h. Reifen und Produktion der Eizellen) geprägt durch die Tendenz zur Reduktion und Verringerung. Die Tatsachen unterstützen diese Sicht. Während der Embryophase eines Mädchens, sind durch Zellverteilung vorerst Millionen von Eizellen in Produktion (6.000.000). Zunächst aber wird diese Zahl deutlich reduziert bis um die 2 Millionen bei der Geburt, bis zu Beginn der Geschlechtsreife nur ein paar Hunderttausend geblieben sind. In jedem Monatszyklus erreichen 10 bis 20 Zellen die Reifungsendphase. Aber nur eine (selten 2 oder 3) wird freigegeben (Ovulation). Der Rest vergeht. Also könnte der ganze Prozess der Eizellenreifung beschrieben werden als eine Art Verdichtungs- und Verringerungstendenz (Geste). Im Gegensatz dazu zeigt der männliche Prozess (Spermatogenese) eine deutliche Erweiterungs- und Vermehrungstendenz. Kontinuierlich werden innerhalb der Hoden enorme Mengen von Samenzellen produziert. Millionen pro Tag, Tausend pro Sekunde! Diese gewaltigen Mengen sind auch durchaus nützlich. Sehr viele Samenzellen werden bei der Überwindung von anatomischen, physiologischen und biochemischen Barrieren geopfert, denen die Samenzellen im Laufe ihre Reise zur Eizelle begegnen. Die Produktion der Eizelle hingegen ist ein Prozess der Titration (eine nach der anderen). Die Produktion der Samenzellen ist massiv und explosionsartig. Diese Eigenschaften korrespondieren mit der Polarität von eins und solitär für die Eizelle und viele und zusammen für die Samenzellen.
Was ihre Form
angeht, ist der Kontrast zwischen den beiden Arten von Zellen sehr ausgeprägt
(siehe
Abbildung
1).
Die Eizelle könnte
beschrieben werden als rein sphärisch. Die Samenzelle im Gegenteil, mit ihrer
Länge von 60µ, einem Kopfdurchmesser von 3 bis 4µ (höchstens) und einem
Durchmesser beim so genannten “Schwanz” von nicht mehr als 1µ, sollte als
Radiusform die Zelle bezeichnet werden. Im Sinne der Morphodynamik ist die hier
deutliche Polarität beeindruckend. Die Eizelle ist ein Ball. Ist ein Ball nicht
eine Form mit vielen, endlosen, unsichtbaren Radii (Strahlen)? Die Samenzelle
macht das Prinzip des Radius sichtbar. Später, unmittelbar vor und während der
Konzeption, kommen viele Samenzellen mit starkem Fokus auf einer einzigen
Eizelle zusammen. Bringen sie nicht in dieser Weise – transzendental gesehen –
eine Ballform zustande, in der die Samenzellen als sichtbare Strahlen aus einer
Manifestationsmitte hervorgehen? Die Samenzellen machen nur sichtbar, was in der
Eizelle schon angelegt ist! (Siehe Abbildung 2.
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| Abbildung 2 |
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Durchmesser und Strahlen: die zwei Polaritätsprinzipien des Kreises. Links das morphologische “Eizellenprinzip”, rechts das morphologische “Samenzellenprinzip”. |
In der vorherigen Beschreibung der Eizelle wurde behauptet, dass die sphärische Form eine Form mit geringem Kontakt zur Außenwelt darstellt. Sie stellt also perfekt die Form des “In-Bewegung-gebracht-seins” dar. Andererseits stellt die radius-ähnliche Form ein Prinzip der Bewegung und des Selbst-bewegt-seins dar. Die Tatsache, dass die Samenzelle ein aktiv bewegender Organismus ist (im Gegensatz zur Eizelle) ist für die dynamisch-morphologischen Beobachter nicht überraschend oder unerwartet. Es ist genau der gleiche Fluss innerhalb des Eileiters, wodurch die Eizelle passiv in Richtung Gebärmutter gebracht wird, wie für die Samenzelle der Gegenstrom, durch den sie ihre Potenz zur Bewegung zeigen kann. Gleichzeitig ist dieser Strom stark richtunggebend und führend für ihre Bewegung.
Die Samenzelle ist sehr klein (siehe Abbildung 1). Wie im Fall der Eizelle sind es nicht die quantitative Merkmale, die einen dynamischen Morphologen bewegen, die Samenzelle als “klein” zu beschreiben. Das Volumen der Samenzelle ist tatsächlich sehr klein: etwa 60.000 von ihnen passen in eine reife Eizelle! Das Ende des Spermatogenese ist aber geprägt davon, dass das Sperma sich all seines zytoplasmatischen Inhalts entleert. Das Ergebnis dieses Prozesses ist eine Zelle mit einer Membran, ein kleines Restchen Zytoplasma und ein Zellkern. Die Dynamik einer reif werdenden Eizelle könnte einfach beschrieben werden als Vergrößerung, Schwellung und Sicht-Ausbreiten. Die Formation einer Samenzelle hingegen ist eine Geste der Konzentration und der Verdichtung (Volumenverlust). Genau wie im Fall der Eizelle und ihres “Großseins” stellt die Signatur des “Kleinseins” der Samenzelle eher eine qualitative und nicht eine quantitative Beschaffenheit dar und wird deshalb als eine deutlich morphodynamische Geste gesehen.
Was kann man bezüglich der Beziehung und Auseinandersetzung der Samenzelle mit ihrer Umwelt sagen? Es gibt auch hier, wie zu erwarten, eine bemerkenswerte Polarität. Die Eizelle bezieht sich metabolisch aktiv auf ihr physiologisches Umfeld. Die Samenzelle hingegen hat keinen Bezug darauf und zeigt keinen metabolischen Austausch. Könnte die Eizelle deshalb als “offen” und verwundbar (verletzlich) beschrieben werden, die Samenzelle ist genau das Gegenteil. Scheinbar kann die Samenzelle ohne Schwierigkeit alle Arten physikalischen Missbrauchs aushalten – zum Beispiel geschleudert zu werden oder eingefroren bis – 60°C –, ohne merkbaren Schaden davon zu tragen. Im Sinne der morphodynamischen Geste könnte die Samenzelle also als “geschlossene” oder “nicht-offene” und „unverletzbare“ Zelle bezeichnet werden.
An diesem Punkt
des Artikels sollte deutlich geworden sein, dass es Gegensätze gibt bezüglich
der zwei Gameten. Was aber ist die genaue Natur dieses Kontrastes im Sinne der
dynamischen Morphologie? Haben wir es mit einem Kontrast, einer Opposition oder
einer Polarität zu tun? Dies könnte eine Perspektive einer sehr herausragenden
Beziehung zwischen den Zellen öffnen. Von außen betrachtet heißt dies:
auf der Ebene der extrazellulären Mobilität kann die Samenzelle als aktiv und
mobil beschrieben werden. Im Gegensatz dazu wird die Eizelle als „passiv“
charakterisiert. Wenn wir den Vergleich auf die intrazellulare Ebene
verlegen – von innen betrachtet also – repräsentiert die Eizelle die aktive
Zelle. Dies stimmt überein mit ihrer Eigenschaft als metabolisch aktive Zelle,
die mit der außerzellulären Umwelt interagiert. Das Zytoplasma der Eizelle kann
als relativ sehr mobil beschrieben werden. Ein extrem starker Kontrast zur
intrazellularen Passivität der Samenzelle! Mehr als 90% des Inhaltes der
Samenzelle ist Kern oder DNA-Substanz. Zusätzlich ist die DNA in der Samenzelle
strukturiert und durch einen Entwässerungsprozess fast kristallisiert. Innerhalb
der Samenzellen (pur) dominieren Form und Struktur. [3]Innerhalb
der Eizelle ist die Aktivität des Zytoplasma vorherrschend! Aus
dynamisch-morphologischer Sicht taucht etwas anderes auf als einfache
Opposition: in Geste und Benehmen stehen beide Zellen in einer Polarität
zueinander. Wichtige Eigenschaften von Polaritäten sind Austauschbarkeit und
Inversion, in diesem Fall: externe Mobilität–interne Struktur (Samenzellen) im
Gegensatz zu externe Ruhe–innere Aktivität (Eizelle).
Die polaren Eigenschaften der zwei menschlichen Gameten kann auch in einem Studium ihres Benehmens erkannt werden, welche die Teilung und Reifung betrachtet. Als Eigenschaft des Phänomens der bisexuellen Fortpflanzung geht die Eizelle durch zwei Reduktionsteilungen (Meiose), um die Chromosome auf die Hälfte der normalen Zahl (d.h. diploid) zu reduzieren (siehe Fußnote 1). In der Regel wird das Resultat einer Zellteilung “Schwesterzellen” genannt. Beide sind fast so groß wie die ursprüngliche Mutterzelle, aus der sie stammen. Dies gilt jedoch im Falle der Meiose der Eizelle nicht. Sie teilt sich in eine große, voluminöse Schwesterzelle, welche die tatsächliche Oozyte darstellt, und in eine außergewöhnlich kleine Zelle, den so genannte Polarkörper. Dieser letztere beinhaltet die notwendige Hälfte der Chromosomensubstanz und spielt keine bedeutende Rolle innerhalb des Befruchtungsprozesses von Menschen, so viel wir wissen (siehe Abbildung 3). Aus dynamisch-morphologischer Sicht passt dieses Benehmen perfekt zur Dynamik der Aufrechterhaltung des Volumens und Inhaltes (Groß-Sein). Diese sind beschrieben worden als eine der bedeutungsvollsten Eigenschaften der Eizellen. Die morphodynamischen Eigenschaften des Spermatogenese sind im Gegensatz dazu Teilung (Viel-Werden), Zerstückelung und Reduktion des Volumens (Klein-Sein). In diesem Kontext scheint Teilung als die passende Geste. Samenzellen sperren sich nicht gegen die reduzierende Teilung, die während des Produktionsprozesses stattfindet. Die zwei Spermatozyten (Samenzellen), die aus der Meiose entstehen, sind gleich groß. Wie vorher beschrieben strebt die Samenzelle nach Reduzierung und Konzentration. In der Endphase des Reifeprozesses der Spermatozyte zur eigentlichen Samenzelle (Spermatozoon) ist es biologisch notwendig, dass die Samenzelle ihr zusätzliches Zytoplasma abstößt. Dieser Prozess stimmt völlig überein mit der Signatur und Geste von Klein-Sein.
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| Abbildung 3 |
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Eizelle (Oocyte I) mit ein Polkörperchen bevor der Befruchtung.
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In der Regel bestätigen pathologische Phänomene die Eigenschaften der normalen nicht-pathologischen Prozesse. [4]
Von den ausgestoßenen Spermien des gesunden Mannes ist ein großer Prozentsatz missgebildet, weil sie einen Sack Zytoplasma am Nacken haben, der die Mobilität der Zelle drastisch reduziert. Eine Samenzelle ist offensichtlich dadurch behindert, dass sie Zytoplasma beibehalten hat, wobei das gleiche Phänomen für eine Eizelle absolut notwendig ist. Es ist ein notwendiger Zustand für die fehlerfreie Funktion der Eizelle! So betrachtet könnte der Polarkörper der Eizelle (nach der ersten Meiose) als eine strangulierte Samenzelle angesehen werden und der Sack Zytoplasma der missgebildeten Samenzelle offensichtlich als eine Art Eizelle, die im normalen Reifeprozess hätte abgeworfen werden müssen. Die Eizelle scheint ihre Eizellsignatur aufrecht zu erhalten durch ein Abwerfen und Umstoßen des Samenzellenprinzips. Die Samenzelle erreicht ihr Sein, ihre Eigenschaft und Funktion, durch einen exakt gegenteiligen morphodynamischen Prozess.
Die dynamisch-morphologische Beschreibung der beiden Gameten ist lange nicht auf die Phänomene beschränkt, über die in diesem Artikel bisher berichtetet worden ist. Auf jeden Fall wird das Prinzip der Polarität immer das Ergebnis sein, wenn Sperma und Eizelle als Prinzip erklärt werden. Im Komplex der Eigenschaften und Gesten wird die eine Zelle immer genau Gegenteil und Inversion der anderen sein.
Peripherie
Und ZENTRUM: Zytoplasma versus KERN
Die dynamische Morphologie sucht nach Gesten der Form oder nach einem gestenhaften Verhalten. Es mag offensichtlich sein, dass die Beschreibungen, wie bisher dargestellt, aus dem Sensorischen und dem Sichtbaren abgeleitet sind, im Gegensatz und polar zum Phänomen auf der sinnlich-übersinnlich-morphodynamischen Ebene.
Abbildung 1 könnte immer noch beschrieben werden als anatomische Figur der beiden Gameten, während Abbildung 2 ein Versuch ist, die Morphodynamik des Spermas und der Eizelle zu visualisieren. Allerdings kann man nur aus der Sicht und unter der Lupe der dynamischen Morphologie die Oozyte in Abbildung 3 als Ei-zellulär sehen und den in Beziehung stehenden Polarkörper als Sperma-zellulär. Was könnte die allumfassende Darstellung von beiden Gesten sein? Man könnte eine lange Liste von Polargedanken-Paaren machen, die eine Eizelle gegenüber einer Samenzelle beschreiben kann. Zum Beispiel: groß-klein, offen-geschlossen, aktiv-passiv, Prozess-Form, auseinandergehend-zusammenziehend. Man muss in Betracht ziehen, dass diese Paare von Eigenschaften je nach Gesichtspunkt alle umgekehrt und umgeschwenkt werden könnten.
Denken wir darüber nach, was bisher gesagt worden ist über externe Mobilität im Gegensatz zur internen Mobilität. All diese polaren und gegensätzlichen Aspekte sind auch Aspekte der so genannten Ei-zellularität und Sperma-zellularität. Die richtige und essentielle Eizellgeste mit der Spermazellgeste könnte betrachtet werden als die Summe all dieser Aspekte und Gesten. Sie reicht aber weit darüber hinaus. Im nächsten Teil dieses Vortrags, der die Aufmerksamkeit auf den eigentlichen Befruchtungsprozess richtet, ist es wichtig, die folgenden allumfassenden Gesten oder die Biodynamik zu erkennen. Die Eizelle und ihre Geste könnte allumfassend betrachtet werden als Zytoplasma und die der Samenzelle als Zellkern. Eigenschaften der Eizelle wie Offenheit, interne Mobilität, das Streben nach Zellvolumen und die Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt könnte allumfassend ausgedrückt und zusammengefasst werden als die Geste des Zytoplasmas oder Zytoplasma-heit. Was die Samenzelle betrifft, könnte die Geste der Konzentration, der Tendenz zur Struktur, Geschlossenheit usw. beschrieben und zusammengefasst werden als Kern oder Kern-heit.
Einmal waren sich die beiden Gameten in Geste und Morphodynamik ähnlich. Damals, am Anfang der Embryoentwicklung, waren beide Zellen ähnlich in Form und Eigenschaft wie so genannte Urgameten. Dann trennten sich die beiden Zelltypen in gegenüberliegende und polare Richtungen und haben sich in Zellen spezialisiert (einseitig geworden) mit Zytoplasma-signatur und Kern-signatur. Es ist offensichtlich, dass die dynamisch morphologischen Beschreibungen eine Lücke offenbaren oder mit den modernen analytischen und anatomischen Beschreibung konkurrieren. In dieser modernen Sichtweise sind beide Gameten ganz normale Zellen, jede mit einem Kern, mit Zytoplasma und mit Zellmembran. Vielleicht sind diese unterschiedlich und haben keine Beziehung zueinander, aber jede ist unverkennbar eine Variante einer normalen Zelle. Das Polaritätsprinzip, wie hier beschrieben und dargestellt, kann nur durch eine morphodynamische „Lupe“ und Sichtweise gesehen und begriffen werden. Für den dynamischen Morphologen also ist die Eizelle in ihrer Geste und Morphodynamik als Sphäre des Zytoplasma oder Zytoplasmakörper charakterisiert und die Samenzelle andererseits als Kern oder Kernkopf. Der nächste Teil dieses Artikels wird sich mit dem Phänomen der Befruchtung und Konzeption auseinandersetzen und mit der Geste und Morphodynamik des Austausches zwischen den Zellen im Moment der Konzeption.
zeugungSTANZ:
DER prä-KonZeption-anziehungs-Komplex.
Befruchtung findet bei Menschen im Eileiter statt. Unter normalen Umständen kommt die Eizelle aus den Eierstöcken im ersten Bereich des Eileiters an. Mittlerweile haben die Spermien eine lange Reise bis dahin hinter sich gebracht. Sie sind in der Vagina deponiert worden und sind durch die Gebärmutter zum Eileiter geschwommen. Millionen von ihnen (mehr als 90% der original deponierten Zellen) sind durch alle Arten von biologischen Hindernissen abgestorben und funktionslos geworden (z.B. spermafeindliche Eigenschaften des zervikalen Schleims). Es existiert trotzdem eine vernünftige Chance, dass die Zellen sich treffen.
Der gleiche Flüssigkeitsstrom (produziert durch die Aktivität der Haarzellen der Tuba-Schleimhaut), durch den die Eizelle ihren Weg zur Gebärmutter findet – langsam durch die Falten und Biegungen der Tuba-Schleimhaut rollend –, gibt den Spermien eine Art Richtungsstrom, wogegen sie ihre Schwimmfähigkeit unter Beweis stellen können. Es ist auch das deutlich größere Volumen der Eizellen, das eine erhöhte Gelegenheit für das Treffen der beiden Zellen bietet. Darüber hinaus existiert eine Art Chemotaxe (d.h. ein biochemischer Zustand der Anziehung) zwischen beiden Zelltypen: die Eizelle so wie die Tube-Schleimhaut sondern Substanzen ab, welche die Spermien anziehen und aktivieren.
In diesem Moment umringen noch so genannte Nährzellen, der Stabkranz, die corona radiata, die Eizelle. Aus dem Bereich der in vitro Befruchtung ist bekannt, dass die nächste Phase, der so genannte Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplex für mehrere Stunden zu Stande kommt (siehe Abbildung 4). Unter dem Einfluss der Substanzen, die aus der Eizelle und den Nährzellen abgesondert werden, verwandeln sich die Spermien bedeutend. Zum Beispiel verlieren sie ihr so genanntes Akrosom (äußere Hülle). Ohne dieses Ereignis sind die Spermien nicht in der Lage, ein Ei zu befruchten. Andererseits, in Anwesenheit der Samenzellen und verwandter Substanzen, verwandeln sich gleichzeitig auch die Eizelle und ihre Hülle (zona pellucida) durch chemische Veränderungen. Dies erlaubt den eventuellen Fusionsprozess der beiden Zellen. Also ist es offensichtlich, dass die Existenz dieses Anziehungskomplexes (PKAK) ein notwendiger Zustand ist für den Zeugungsprozess ist. Beide Arten von Zellen scheinen den Austausch und die Balance gemeinsam zu verhandeln, bevor eine Entscheidung getroffen werden kann, ob, wo und welche Spermien sich mit dem Ei vereinen werden. In einem sehr subtilen, gemeinsamen Prozess der Begegnung und des Austauschs von Signalen und Substanzen, sind beide Zellen vorbereitet für den tatsächlichen Prozess der Befruchtung und Konzeption.[5]
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| Figure 4 |
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Eizelle umgeben von Samenzellen: Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplex. |
Im Kontext der
dynamisch-morphologischen Betrachtung dieses Artikels ist es wichtig
festzustellen, dass im Augenblick des Sperma-Eizellen-Kontaktes eine neue
biologische Einheit geschaffen ist (siehe
Abbildung
4).
Wir haben es mit einem Aktivitätszustand
zu tun, der mehr ist als nur eine Art passive Zusammensetzung und Summe von zwei
Zelltypen. Spezifische Interaktionen finden innerhalb dieses biologischen
Komplexes statt. Es ist eine biologisch aktive und austauschreiche Ganzheit, die
hier stattfindet. Innerhalb der ersten Stunden, in denen dieser Komplex
existiert, ist eine Konzeption möglich. Ob es aber dazu kommt oder nicht, hängt
von mehreren verschiedenen subtilen reziprokalen und chemischen Interaktionen
ab. Es kann eventuell in einer Fusion
der Zellmembran der Eizelle mit einem Spermium resultieren. Ich möchte hier
gerne betonen, dass eine Beschreibung dieses Prozesses als die einfache
Penetration der Eizelle durch das Spermium völlig falsch ist. Wenn die Umstände
und Konditionen in einem gegebenen Augenblick und an einem gegebenen Ort passend
sind, kann die Fusion der Zellenmembranen stattfinden und der Inhalt der
Samenzelle (der Kern, ein bisschen Zytoplasma und einige wichtige Zellenteile)
in die Eizelle übergehen. Die Kontinuität der Eizellemembran ist niemals unterbrochen oder zerbrochen. Das sehr gängige und etwas
aggressive Bild eines Spermiums, das die Eizelle durchbricht, ist durchaus nicht akkurat! Im
Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplex
gibt es weder so etwas wie einen aktiven oder passiven Partner, noch einen
penetrierenden oder einen penetrierten Partner, auch nicht einen Befruchter und
eine Befruchtete. Zelle und Zellenqualitäten sind ausgeglichen und bestehen während
dem Austausch und Wechsel als subtile Balance. Der morphodynamische Prozess der
Befruchtung entspricht den Gesten im Tierreich, die man so oft sieht, wo
Paarungstänze (Zeugungstänze) und Rituale stattfinden. In einem fast nie
endenden Prozess des Signalaustauschs, der Anziehung und Abstoßung, können männliche
und weibliche Tiere sich lange umkreisen, bevor es zur Kopulation kommt. Fast
genauso wie dieses Urbild, diese Geste, wird diese Morphodynamik sichtbar und
dieses Phänomen (das auch während in
vitro Befruchtungen sichtbar ist) des Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplexes (PKAK) zeigt eine Tendenz zur Drehung. Die lineare Bewegung (radial) der
Samenzellen wird sphärisch.
Um diesen Konstellationstypus der ersten Stunden besser zu verstehen, ist es notwendig, sich das Bild von einer starken Polarität (Inversion) der Zytoplasmakugel, d.h. Eizelle im Gegensatz zum Kernkopf, d.h. Samenzelle, vors Auge zu bringen. Die Kraft der Anziehung zwischen diesen beiden Zelltypen zeigt sich auf der physiochemischen Ebene durch ihre reziprokalen biochemischen Interaktionen. Vom Standpunkt des phänomenologischen Betrachters aus gesehen ist diese Anziehung keine Überraschung. Zusammenfassend: eine Eizelle ist alles, was eine Samenzelle nicht ist. Und umgekehrt! Der anatomische, physiologische, chemische und biologische Anhaltspunkt der Eizelle könnte wohl beschrieben werden als ein Mangel an gegenteiligen Merkmalen. Der Eizelle mangelt es an Sperma-zellularität, wenigstens auf der sensorischen Ebene. Man könnte sagen, dass eine Vollendung oder Komplettierung stattfindet, wenn eine Eizelle einer Samenzelle begegnet! Was getrennt und auseinander geworfen ist, wird wieder vereint und zusammengebracht. In der Beschreibung der morphologischen Eigenschaften der beiden Zellen, wie im ersten Teil dieses Vortrags dargelegt, wurde behauptet, dass die Samenzelle ihre Qualität transzendental und sinnlich-übersinnlich an der Eizelle widerspiegelt und reflektiert. Die Tatsache, dass beide Zellen einander treffen, ist nicht purer Zufall, sondern offenbart tatsächlich eine innewohnende Notwendigkeit oder einen Zweck. Beide Zellen gehören zueinander; sie ergänzen sich. Dies ist sehr wörtlich im Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplex (PKAK) angelegt, in der Weise, wie beide Zellen und ihre Eigenschaften eine Einheit als reziprokale Polarität bilden.
Sowohl die Samenzelle als auch die Eizelle stellen eine polare Einseitigkeit dar von dem, was als Anfangspunkt für beide Zellen ist oder gewesen ist, d.h. eine Zelle. Beide Zellen sind anders geformt als die gleichen Urgameten. In ihrer eigenartigen Einseitigkeit ist eine der beiden in einen Kernkopf herauspolarisiert und die andere in eine Zytoplasmakugel. In diesem Sinne sind beide Zellen am Ende ihrer Entwicklung und sind, so gesehen, tot! Beide Zellen sind intensiv spezialisiert. Jede allein ist nicht fähig, eine Basis für weitere Entwicklung zu bilden. Nur durch die Begegnung, das Zusammenkommen einseitiger Tendenzen, kann eine Basis für neue Entwicklung gegeben werden. Das soll allerdings nicht zu der falschen Schlussfolgerung verleiten, dass bei der Befruchtung der Anfang oder Beginn von Leben stattfindet. Entwicklungsgemäß und entsprechend dem Gestus sind beide Gameten an einem Ende angekommen, sind aber beide biologisch lebende Zellen. Die ganze Morphodynamik der Konzeption, wie oben beschrieben, geschieht natürlich innerhalb der Domäne des Lebens, der lebenden Zellen, der Biologie. Menschliche Konzeption bedeutet nicht Anfang des Lebens, es bedeutet Anfang und Beginn einer neuen Entwicklung.
Was ist die Qualität der Matrix der beiden Zellen
während dieser ersten Stunden im morphodynamischen Sinn? Um dies gänzlich zu
verstehen, sollte sich der Leser das Bild “der Zelle”, wie es
normalerweise vorgebracht wird, vorstellen. Oft wird das Modell der “Zelle”
auf der ersten Seite eines normalen Biologiebuches gezeigt, da die Zelle immer
noch als Fundament, als Ausgangspunkt, als Basiseinheit von Leben auf diesem
Planeten angesehen wird. Die Zelle wird als archetypische Einheit des Lebens
verstanden. Was wird in einem Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplex (PKAK) sichtbar
(oder besser gesagt “erkennbar”), wenn man das Zentralthema der
morphodynamischen Offenbarung der Eizelle als Zytoplasmakugel und der Samenzelle
als Kernkopf untersucht? Wenn man “die Zelle” auseinander nimmt, umkehrt oder
invertiert sozusagen, erscheint dieser Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplex! In
der heutigen Beziehung der lebenden Natur und Biologie (so “die Zelle”)
sollte der Kern in der Mitte sein. Jetzt allerdings, in Betrachtung des
Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplexes (PKAK) erscheint der Kern an der
Peripherie. Normalerweise ist ein Zellkern in der Zelle vorhanden als
organisierendes und koordinierendes Zentrum. Hier in der PKAK sind viele
Zellkerne an der Peripherie in Form der Samenzellen anwesend, die sich um die
Zytoplasmakugel gruppieren. Zytoplasma sollte in der Regel metabolisch aktiv um
einen Zellkern herum abgeordnet sein. In der Regel soll auch der Kern in der
Mitte der Zellstruktur sein. Jetzt aber bewegen sich Kerne (Mehrzahl) auf der
Peripherie, und es gibt eine Zytoplasmakugel in der Mitte, um die gedreht und
bewegt wird. In der Regel soll die Peripherie der Zelle eine offene Grenze sein,
wodurch sich die Zelle auf ihre Umwelt bezieht und mit ihr kommuniziert. Im
Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplex ist die Situation genau das Gegenteil: die
dynamische, aktive Komponente, früher in der Mitte, im Zentrum, befindet sich
jetzt an der Peripherie. Die geschlossene Qualität der Samenzelle (Zellularität)
ist aktiv anwesend. Der Komplex als Ganzheit scheint eine Zelle zu sein, die von
innen nach außen gedreht oder komplett umgestülpt ist. (Figure
5).
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| Figure 5 |
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Plan einer so
genannten “Steigerung” oder funktionalen Erhöhung (Synergy) im
Prä-Konzeption-Anziehungskomplex. A: die Ebene der Zelle; B: Eizelle als
“Zytoplasma”; C: Samenzelle als “Kern“, A´ der “von innen nach außen
gedrehte Steigerung,
von Situation A auf eine energetisch höhere Ebene. Graues Viereck:
“Kern”; Weißer Kreis: “Zytoplasma”. |
Viele weitere Phänomene könnten diskutiert werden. Die schon erwähnten Fakten werden aber ausreichen, weil es den Klugen klar geworden ist, dass der Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplex das komplette Gegenteil und die Inversion der Zelle ist. In den Stunden vor der eigentlichen Befruchtung wird etwas gebaut, konstruiert und geschaffen. Dies ist nicht ein Fall von Zellfusion im Sinne einer Mischung zweier Qualitäten auf einer energetisch tieferen Ebene. Etwas wird aktiv geschaffen! Während dieser Erschaffung ist die Interaktion zwischen normalen und gewöhnlichen biologischen Beziehungen überwunden und unterworfen! Der ganze Prozess scheint eine Art Ent-biologisierung zu sein. Normale Beziehungen sind von innen nach außen umgestülpt. Gewöhnliche biologische Beziehungen sind verloren oder zurückgelassen. Goethe benutzt für solche Situationen das Wort Steigerung. Er meint, dass zwei Polaritäten in Interaktion Eigenschaften ans Licht bringen könnten, die keine allein besitzt. Können wir diese phänomenologische Idee einsetzen in Beziehung zu den biologischen Geschehnissen, die im Kontext der menschlichen Befruchtung stattfinden? Es könnte gesagt werden, dass hier Zytoplasma und Kern übersetzt oder gesteigert sind auf der Ebene der Zelle (was in der Tat auch eine Zelle darstellt).
Aber was für eine Zelle wird hier geschaffen! Eine ganze Welt auf den Kopf gestellt, von innen nach außen umgestülpt! Die normale Beziehung zur sinnlichen und wahrnehmbaren Ordnung der Dinge ist auf den Kopf gestellt, von innen nach außen gedreht. Das ist der Grund, warum hier der Neologismus Ent-biologisierung benutzt wird. Die normale zellulär-biologische Beziehung ist bis ins Gegenteil umgekehrt. Wie könnten wir uns dieses Gegenteil vorstellen? In unserer Welt der Sinne und Wahrnehmungen liegt die Beziehungen von Zeit und Raum auf der Hand. Es ist so wie es ist. Jeder, der die Hypothese der Idee von der Realität von einer nicht-materiellen, spirituellen Dimension ernst nimmt, würde mit der nächsten logischen Folgerung übereinstimmen können. So eine Realität weist klar und deutlich eine einfache Tatsache auf: eine Dimension wie diese beinhaltet eine Polarität, das Gegenteil oder das Umgekehrte der Beziehung zwischen Zeit und Raum, wie wir es aus unserem täglichen Leben und aus der Realität unserer Sinne und Wahrnehmungen kennen! So betrachtet, könnte der Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplex charakterisiert werden als eine Öffnung der normalen und gewöhnlichen Beziehung der Biologie und des Lebens in Richtung Gegenteil oder umgekehrt. Es scheint, als ob die materielle Welt und Dimension sich zu ihrem spirituellen Gegenstück öffnet. In diesem subtilen Spiel und der Balance des Für-und-gegen-abwiegens, von Begegnung, von Treffen, könnte die zelluläre biologische Dimensionen geöffnet sein für Einfluss und Zuteilung einer dritten Dimension. Außerdem könnte – im Sinne eines neuen Menschen (noch ungeboren), eines spirituellen Wesens – spirituelle Energie den Kontakt machen mit einem Biosubstrat, gegeben und geöffnet durch zwei andere Menschen.
Das bedeutet auch, dass dieses Wesen nicht forciert ist: kein Muss oder Soll. So betrachtet bedeutet es auch, dass wir es nicht mit einem Prozess der Fusion in eine neue Dimension zu tun haben. Wir haben es auch nicht mit einer Dynamik der Befruchtung zu tun, in der das eine Element (passiv) durch ein anderes (aktiv), so wie das Sperma das Ei befruchtet oder der Geist die Materie, zu tun. Hier findet die Dynamik einer wahren Konzeption statt, eine des Nehmens und Akzeptierens in wörtlichen Sinne und nicht im Sinne des Machens oder Bauens. Die essentielle Morphodynamik der menschlichen Befruchtung bedeutet, dass während des so genannten Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplexes die potentiell notwendigen Umstände für die Befruchtung ausgewogen sind. Dieses findet statt vor dem Augenblick der Fusion und stellt ein subtiles Treffen dar, in dem alles passieren kann, aber nichts passieren muss. Als nächstes wird der Inhalt der Samenzellen in das Eizelle-Zytoplasma gegossen, und innerhalb weniger Stunden erfolgt die Fusion der zwei Kerne. Dieses Ereignis wird oft als Moment der Befruchtung beschrieben. Innerhalb der Dynamik des ganzen Prozesses, wie hier analysiert und beschrieben, ist dieser spätere Prozess (Kernfusion usw.) als Resultat oder Ergebnis der Befruchtung und nicht als Ursache zu betrachten. In genau dem Moment, da die normalen und gewöhnlichen biologischen Beziehungen normalisiert und wieder aufgebaut werden, kann die Fusion der beiden Gameten als Manifestation auf einer energetisch niedrigen Ebene betrachtet werden durch die davor offensichtlich stattgefundene Verbindung zwischen Geist und Materie. Der Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplex als notwendiger, aber nicht unbedingt ausreichender Zustand für eine Art “vertikale” Konzeption, eine Akzeptanz von Geist in und durch Materie.
menschliche
BEFRUCHTUNG: an die
Fortpflanzung vorbei
- ausserhalb des befruchtungsaktes
Man könnte mit einbeziehen, dass während des Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplexes die biologischen Beziehungen auf eine höhere Energieebene gehoben sind. Dies sind die Umstände, welche die richtigen Voraussetzungen für ein nicht-biologisches, nicht-materielles Prinzip bieten, um den Kontakt und die Verbindung mit der Biomatrix zu schaffen, wie sie hier beschrieben wurde. Wir haben es vielleicht hier mit einer Dynamik von “vertikaler” Konzeption als Bindeglied oder Interaktion zwischen Geist und Materie zu tun. Es ist ein Akt der Inkarnation. Dies hat die ethische Konsequenz, dass wir es nicht mit einer Dynamik eines neuen Mensch-Schaffens oder Kind-Schaffens zu tun haben. Innerhalb der Konditionen eines Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplexes, wie sie durch Mann und Frau geboten sind, mag oder kann eine dritte Person, jemand anderes, inkarnieren. Ein Mann und eine Frau bekommen ein Baby. Sie empfangen ein Kind. Das ist keine Frage des Machens oder Bauens. In der hier beschriebenen Dimension gibt es dafür keinen Raum! Im subtilen Ausgleich der Interaktion dieser Zellen ist es ein Treffen, eine Begegnung, eine Rezeption, die stattfindet.
Es gibt überzeugende Beweise dafür, dass diese Art Konzeption für Menschen einmalig ist. Im Vergleich mit anderen Primaten und Säugetieren wird menschliche Reproduktion im Sinne der Fortpflanzung oft als behindert oder uneffizient bezeichnet. So, in einem sehr wörtlichen Sinne ist der Fortpflanzungsakt der Individuen, eine Neuerschaffung der Spezies – bisexuelle Fortpflanzung an sich und ist überhaupt kein effizienter Weg oder eine effiziente Methode der Fortpflanzung. Aber diese Behinderung ist nicht spezifisch für die menschliche Spezies als solches. Die Vorteile der bisexuellen Fortpflanzung (im Vergleich zur unisexuellen Fortpflanzung) kann als annehmbare Wahl und Möglichkeit für genetische Variation oder Austausch des genetischen Materials gesehen werden. Die Möglichkeit aber, dass eine menschliche Samenzelle eine menschliche Eizelle trifft ist sehr gering im Vergleich zu vielen anderen Tieren. Es gibt sehr viele so genannte drohende Faktoren, die bestimmen ob eine Fusion stattfindet oder nicht. Mehr noch; im Menschen gibt es sehr viele andere Schwellen zu überwinden bevor es zu einem neugeborenen Menschen kommen mag. Es gibt zum Beispiel sehr wenige Embryos, die es schaffen in der Gebärmutter einzunisten. Solche Fakten geben vielen Biologen den Vorwand, den Menschen als einen sehr schlechten und ineffizienten Vermehrer (Reproduzierende) zu schildern. Aber die Schlussfolgerung aus den Beschreibungen, die in diesem Artikel bezüglich menschlicher Konzeption vorgebracht werden, deuten an, dass das was wir hier haben, vielleicht nicht eine einfache Situation der Reproduktion (= Wiederholung) ist. Der Mensch vermehrt sich nicht, pflanzt sich nicht fort. Zwei Elternteile schaffen sich nicht Selbstkopien in ihren Nachkommen und Sprösslingen. Jede menschliche Konzeption ist eine Sache von Dreien, von einem Dritten. Das ultimative Resultat dieser Gedankenfolge ist, dass menschliche Evolution in einem Wesen endet, das fähig ist, der Fortpflanzung der Spezies zu entfliehen! Jeder Mensch ist eine einmalige Biographie und Individuum. Die Konzeptions-Morphodynamik, wie sie hier geschildert ist, passen sich diese Idee gut an. Die menschliche Evolutionskulmination ist eine Konzeption in die Freiheit.
Was ist mit künstlicher Befruchtung? Was passiert – aus der Sicht dieses Vortrags – tatsächlich bei einer in vitro-Befruchtung? Was passiert während des ICSI (IntraCellular Sperm Injection), einer relativ neuen Methode der künstlichen Befruchtung, in der eine Samenzelle in eine Eizelle injiziert wird? Die frühere Methode, die klassische in vitro-Befruchtung, kann von den Konditionen her als forcierte Manipulation angesehen werden, die notwendig, aber nicht ausreichend ist für die menschliche Konzeption. Offensichtlich kann ein Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplex unter diesen künstlichen Umständen funktionieren. Der Unterschied ist aber Zeit und Raum. Man könnte den eigentlichen Moment der Inkarnation eines spirituellen menschlichen Wesenskerns innerhalb oder durch den Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplex mit dem Prozess des Erwachens aus dem Schlaf vergleichen. Im tatsächlichen Erwachen aus dem Schlaf kann man von einer Rückkehr des Individuums in seinen Körper sprechen, wenigstens phänomenologisch betrachtet. Sicher könnten wir einen Menschen durch schütteln im dem Augenblick aufwecken, wenn wir wollten. Wir forcieren mehr oder weniger einen Menschen zurück aus dem Schlaf und aus seiner Abwesenheit. Offensichtlich sind wir jetzt in der Lage, die subtilen biologischen Konditionen auch zu schütteln und so einen neuen Menschen zu erwachen. Aber es gibt auch viel weniger subtile Arten, einen Menschen aufzuwecken. So betrachtet, ist diese ICSI-Prozedur nicht mehr und nicht weniger als biologische und konzeptionelle Brutalität! Wenn man das Gespür dafür hat, kann man sehen, wie die Eizelle sich zusammenkrümmt unter dem Angriff der penetrierenden Nadel. Wie es scheint, wird die Nadel nicht höflich empfangen. Die Zellmembran (zona pellucida) bricht zusammen und die Nadel sticht ein. Eine Vergewaltigung auf zellularer Ebene? Dies ist sehr weit entfernt von dem “werden-wir-oder-werden-wir-nicht” des Prä-Konzeption-Anziehungs-Komplexes. Es sieht wie eine brutale Korruption dieses Prozesses aus. Nichts ist mehr wahrnehmbar von der subtilen Freiheit und Autonomie, die eine menschliche Konzeption ausmacht. Im ICSI haben wir es mit biologischer Fesselung und Zwang zu tun. Es funktioniert jedoch offensichtlich. Aber “der Erfolg beweist nicht, dass wir es richtig verstanden haben”, wie es heißt. In ungefähr 10 bis 20 Prozent der ICSI-Versuche ist die Prozedur “erfolgreich” und endet in einer Befruchtung.
Also steht außer Frage, dass unter solchen Umständen und Konditionen Inkarnation möglich ist. Die Tatsachen beweisen es. Man könnte sich Gedanken darüber machen, was die Qualität des Inkarnationsprozess unter solchen Umständen wäre. Solche Betrachtungen liegen aber außerhalb des Rahmens dieses Artikels. Hier war es die Absicht zu zeigen, dass die Tatsachen nicht der Idee der Inkarnation während der Konzeption im Wege stehen. Andererseits sind diese Fakten kein Beweis dafür, dass Konzeption mit der “vertikalen” Dimension in Verbindung steht. Wer eine Verbindung von Konzeption als Bindeglied zwischen Geist und Materie sehen will, hat ein wissenschaftliches und phänomenologisches Fundament für diese Verbindung, nicht aber den Beweis dafür. In der “normalen” Beschreibung der menschlichen Befruchtung gibt es keinen Raum oder Platz für solche Betrachtungen. Oft scheint es so, als hätten wir es nicht mit Fakten, sondern mit Fakteninterpretation zu tun. Dynamische Morphologie ist das methodische Werkzeug, eine Sicht auf unterschiedliche Qualitäten des menschlichen Lebens zu bieten, abseits einer Realität der heutigen, gewöhnlichen morphologischen Beschreibungen.
Herbst
2002
Jaap
van der Wal
Letzte Überarbeitung Mai 2005
Ich danke Herrn Evan Bortnick und Herrn Urs Thoenen für die Bearbeitung meines Originaltextes. Ich schulde den Beiden Dank dass sie meine unbeholfenen Sätze bearbeitet und in richtiges Deutsch gesetzt haben.
Literaturangabe
(alphabetische reihe)
Bie,
G. van der, Embryology – Early development from a phenomenological point of
view, Louis Bolk Instituut, Driebergen, Holland, Publication number GVO 01,
www.louisbolk.nl
Blechschmidt,
Wie beginnt das menschliche Leben, Christiana-Verlag, Stein a. Rhein, 1976
Blechschmidt,
E., Sein und Werden, Urachhaus, Stuttgart, 1982.
Bortoft,
H., Goethe"s Scientific Consciousness, Institute for Cultural research,
1986.
Broman,
I, Grundriss der Entwicklungsgeschichte des Menschen, München und Wiesbaden,
1921.
Hartmann,
O.J., Dynamische Morphologie, Verlag Vittorio Klostermann, Frankfurt/M, 1959.
Hartmann, O.J., Die Gestaltstufen der
Naturreiche, Verlag Die Kommenden, 1967,
Steiner, R., Goethes Weltanschauung, 1963 (1. Auflage 1897)
Vögler,
H., Human Blastogenesis, Bibliotheca Anatomica 30, Karger, 1987.
Wilmar,
F. Vorgeburtliche Menschwerdung, Melllinger Verlag, Stuttgart, 1979.
[1] Natürlich ist es dem Autor bekannt, dass genetisch gesehen (d.h. auf Chromosomebene), die Eizelle sich von anderen Zellen unterscheidet. Diese Unterscheidung basiert auf der Tatsache, dass sie (wie die Samenzelle) nur die Hälfte der Chromosomen besitzt. Diese Tatsache ist aber von weniger Bedeutung für den dynamischen Morphologen, da er sich mit der Beschreibung der Zelle als Zelle befasst.
[3] Ist es nicht bedeutungsvoll in dieser Hinsicht, das DNS als Form-ul (d.h. kleiner Form) interpretiert / übersetzt wird?
[4] Im Fall einer Polarität bestätigt die Pathologie der Formen und Prozesse, die Sicht der Ureigenschaften der Gesten des normalen Prozesses oder der normalen Form. Was normal und sicher für eine der Pole scheint, ist eine Behinderung und pathologisch für den gegenüberliegende Pol.
[5] Aus diesem Grund nennen wir diesen biologischen Komplex PRÄ-konzeptionell, (bevor der Konzeption). Die heutige Biologie sieht den Moment der Fusion der Kerne der beiden Gameten als den wirklichen Augenblick der Konzeption.